Wallbox-Lexikon
49 Fachbegriffe rund um E-Auto-Laden, Wallbox-Technik, Installation und Förderung — verständlich erklärt.
§14a EnWG
§14a EnWG regelt steuerbare Verbrauchseinrichtungen: Der Netzbetreiber kann Wallboxen ab 4,2 kW in Spitzenlasten drosseln — im Gegenzug gibt es reduzierte Netzentgelte.
AC-Laden
AC-Laden bezeichnet das Laden eines E-Autos mit Wechselstrom über Wallbox oder öffentliche Ladesäule — mit max. 22 kW und Typ-2-Stecker.
Autarkiegrad
Der Autarkiegrad gibt an, welcher Anteil des gesamten Strombedarfs durch die eigene PV-Anlage gedeckt wird — mit Speicher und E-Auto: bis 80%.
Bidirektionales Laden
Bidirektionales Laden ermöglicht es dem E-Auto, Strom zurück ins Hausnetz (V2H) oder öffentliche Netz (V2G) einzuspeisen.
CCS-Stecker
CCS (Combined Charging System) kombiniert AC-Typ-2 und DC-Schnellladen in einem Stecker — Europastandard für alle neuen E-Autos.
DC-Schnellladen
DC-Schnellladen überträgt Gleichstrom direkt in die Batterie — mit 50 bis 350 kW an CCS-Säulen, ideal für Langstrecken.
Dienstwagen-Besteuerung E-Auto
E-Dienstwagen werden mit nur 0,25% des Bruttolistenpreises besteuert — statt 1% bei Verbrennern. Vorteil: bis 5.000 €/Jahr.
Drehstrom
Drehstrom (3-Phasen-Wechselstrom, 400 V) ist die Voraussetzung für Wallboxen ab 11 kW — liegt in den meisten deutschen Haushalten vor.
Dynamischer Stromtarif
Ein dynamischer Stromtarif variiert stündlich nach Börsenpreis — seit 2025 Pflichtangebot. E-Auto-Laden zu günstigen Zeiten spart bis 30%.
Eigenverbrauchsquote
Die Eigenverbrauchsquote gibt an, welcher Anteil des selbst erzeugten PV-Stroms direkt im Haushalt oder E-Auto verbraucht wird — statt eingespeist.
Einspeisevergütung
Die Einspeisevergütung ist die gesetzlich garantierte Vergütung für PV-Strom, der ins Netz eingespeist wird — aktuell 8,1 ct/kWh (EEG 2025).
Energiemanagementsystem (HEMS)
Ein HEMS steuert Stromflüsse zwischen PV-Anlage, Speicher, Wallbox und Haushalt — und maximiert den Eigenverbrauch automatisch.
FI Typ B
Ein allstromsensorischer FI Typ B erkennt auch glatte Gleichfehlerströme — Pflicht bei Wallboxen ohne integrierten DC-Fehlerstromschutz.
FI-Schutzschalter
Ein FI-Schutzschalter (RCD) schützt vor tödlichen Stromschlägen durch Abschaltung bei Fehlerströmen — Pflicht bei jeder Wallbox-Installation.
GEIG
Das Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetz verpflichtet Bauherren ab 5 Stellplätzen zur Ladeinfrastruktur-Vorbereitung im Neubau.
Genehmigungspflicht (>11 kW)
Wallboxen über 11 kW Ladeleistung sind genehmigungspflichtig — der Netzbetreiber prüft, ob das lokale Netz die zusätzliche Last verträgt.
Gleichzeitigkeitsfaktor
Der Gleichzeitigkeitsfaktor beschreibt, wie viele Ladepunkte gleichzeitig mit Volllast laden — bei >5 Wallboxen typisch 0,3–0,5.
Hausanschluss
Der Hausanschluss ist der Übergabepunkt vom Stromnetz ins Gebäude — seine Leistung begrenzt, wie viele Wallboxen gleichzeitig laden können.
KfW-Förderung
Die KfW förderte Wallbox-Installationen mit bis zu 900 € (KfW 440/442) — aktuell sind Bundesmittel erschöpft, regionale Programme bestehen weiter.
kWh vs. kW
kW (Kilowatt) beschreibt Leistung — wie schnell geladen wird. kWh (Kilowattstunde) beschreibt Energiemenge — wie viel geladen wird.
Ladeeffizienz
Die Ladeeffizienz beschreibt das Verhältnis von gespeicherter zu bezogener Energie — AC: 85–90%, DC: 92–95%. Verluste entstehen als Wärme.
Ladekurve
Die Ladekurve zeigt den Verlauf der Ladeleistung über den Ladezustand (SoC) — sie sinkt typischerweise ab 80% zum Schutz der Batterie.
Ladeleistung
Die Ladeleistung beschreibt die elektrische Leistung in Kilowatt (kW), mit der ein Elektrofahrzeug geladen wird — sie bestimmt die Ladedauer.
Ladesäulenverordnung (LSV)
Die Ladesäulenverordnung regelt technische Mindestanforderungen und Preistransparenz an öffentlichen Ladepunkten in Deutschland.
Ladeverluste
Ladeverluste entstehen bei der Umwandlung von Netzstrom in Batterieladung — AC: 10–15%, DC: 5–8%. Sie erhöhen die realen Ladekosten.
Lastmanagement
Lastmanagement verteilt die verfügbare elektrische Leistung intelligent auf mehrere Wallboxen, um den Hausanschluss nicht zu überlasten.
Leitungsquerschnitt
Der Leitungsquerschnitt (in mm²) bestimmt, wie viel Strom eine Leitung sicher transportieren kann — bei Wallboxen: 2,5 mm² (11 kW) bis 6 mm² (22 kW).
Leitungsschutzschalter
Ein Leitungsschutzschalter (LS) schützt die Zuleitung vor Überlast und Kurzschluss — typisch B16 für 11-kW-Wallboxen oder B32 für 22 kW.
Meldepflicht
Alle Wallboxen müssen beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden — bei mehr als 11 kW Ladeleistung ist zusätzlich eine Genehmigung erforderlich.
MID-Zähler
Ein MID-Zähler ist ein eichrechtskonformes Messgerät, das für die rechtsverbindliche Abrechnung von Ladestrom in MFH und Gewerbe Pflicht ist.
NAV (Niederspannungsanschlussverordnung)
Die NAV regelt die Melde- und Genehmigungspflicht für Wallboxen beim Netzbetreiber — alle Wallboxen müssen angemeldet werden.
Nettokapazität
Die Nettokapazität ist die tatsächlich nutzbare Akkukapazität eines E-Autos — sie ist 3–8% kleiner als die Bruttokapazität.
Netzentgelte
Netzentgelte sind Gebühren für die Nutzung des Stromnetzes — sie machen ~25% des Strompreises aus und können durch §14a EnWG reduziert werden.
OCPP
OCPP (Open Charge Point Protocol) ist ein offener Kommunikationsstandard zwischen Wallbox und Backend-System — herstellerübergreifend und zukunftssicher.
Onboard-Ladegerät
Das Onboard-Ladegerät (OBC) wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um und begrenzt damit die maximale AC-Ladeleistung des E-Autos — meist 11 kW.
Plug & Charge (ISO 15118)
Plug & Charge authentifiziert das E-Auto automatisch beim Einstecken des Ladekabels — ohne App, RFID-Karte oder manuelle Freigabe.
Rekuperation
Rekuperation gewinnt Bremsenergie zurück und lädt die Batterie — das erhöht die Reichweite eines E-Autos um 10–20%.
Smart Meter (iMSys)
Ein Smart Meter (intelligentes Messsystem) erfasst den Stromverbrauch in Echtzeit und ist Voraussetzung für dynamische Tarife und §14a EnWG.
SoC (State of Charge)
Der SoC beschreibt den aktuellen Ladezustand der Fahrzeugbatterie in Prozent — er beeinflusst Ladeleistung, Reichweite und Batterielebensdauer.
Steuerbare Verbrauchseinrichtung
Wallboxen, Wärmepumpen und Batteriespeicher ab 4,2 kW gelten seit 2024 als steuerbare Verbrauchseinrichtungen — der Netzbetreiber darf sie bei Engpässen drosseln.
THG-Quote
Die THG-Quote ermöglicht E-Auto-Besitzern, ihre CO₂-Einsparung als Zertifikat zu verkaufen — Erlös: 170–450 €/Jahr je nach Anbieter.
Typ 2
Typ 2 ist der europäische Standard-Ladestecker für AC-Laden — verbaut in allen Wallboxen und E-Autos mit bis zu 22 kW Ladeleistung.
Typ-2-Stecker
Der Typ-2-Stecker (Mennekes) ist der europäische Standard für AC-Laden mit bis zu 22 kW — verbaut in allen europäischen Wallboxen und E-Autos.
Überschussladen
Überschussladen lädt das E-Auto nur mit dem Strom, der von der PV-Anlage gerade nicht im Haushalt benötigt wird — maximiert den Eigenverbrauch.
Verbrauch (kWh/100km)
Der Energieverbrauch in kWh pro 100 km ist die wichtigste Kenngröße für die Betriebskosten eines E-Autos — Durchschnitt: 15–20 kWh/100km.
Wallbox
Eine Wallbox ist eine fest installierte Ladestation für Elektrofahrzeuge, die am Hausnetz angeschlossen wird und Ladeleistungen von 3,7 bis 22 kW ermöglicht.
WEMoG
Das WEMoG gibt Eigentümern und Mietern seit Dezember 2020 einen Rechtsanspruch auf die Genehmigung einer Wallbox in Mehrfamilienhäusern.
WLTP
WLTP (Worldwide Harmonized Light Vehicles Test Procedure) ist der seit 2018 verbindliche Prüfzyklus für Verbrauch und Reichweite von Fahrzeugen.
Zählerplatz / Zählerschrank
Der Zählerschrank enthält Stromzähler, Sicherungen und FI-Schutzschalter — für eine Wallbox müssen freie Plätze und Teilungseinheiten vorhanden sein.