Wallbox-Auslegungstool

Welche Ladeleistung brauche ich? Empfehlung basierend auf Ihrem Fahrzeug, Fahrprofil und Ihrer Elektroinstallation.

Privat ~30 Sekunden DIN VDE 0100-722

Ihr neues Elektroauto steht in der Einfahrt. Endlich emissionsfrei unterwegs — doch jetzt stellen Sie sich die entscheidende Frage: Welche Wallbox passt zu mir?

Die Antwort hängt von drei Faktoren ab: Ihrem Fahrzeug (insbesondere dem eingebauten Onboard-Ladegerät), Ihrem täglichen Fahrprofil und Ihrer Elektroinstallation zu Hause. Eine zu schwache Wallbox kostet Sie unnötig viele Stunden Ladezeit. Eine zu starke Wallbox verschwendet Ihr Geld — denn die meisten E-Autos in Deutschland können gar nicht mehr als 11 kW Wechselstrom (AC) laden.

Unser Auslegungstool berechnet in 30 Sekunden die optimale Ladeleistung für Ihre Situation — inklusive Absicherung, Wallbox-Typ und Installationshinweisen gemäß DIN VDE 0100-722.

So funktioniert die Wallbox-Installation

Bevor wir rechnen, hilft ein Blick auf den Installationsaufbau. Von Ihrem Hausanschluss bis zum E-Auto durchläuft der Strom mehrere Stationen:

Hausanschluss (HAK) 3× 230/400 V Zählerschrank SLS-Schalter LS B16 / B32 FI Typ A/B (RCD) DIN VDE 0100-722 5×2,5 mm² Wallbox AC Typ 2 11 kW · 3-ph. IEC 61851 · §14a EnWG Typ 2 Elektroauto Onboard-Lader max. 11 kW AC Akku: 60–100 kWh Gebäudeinstallation Ladeinfrastruktur Festverkabelung Ladekabel
Abb. 1: Vereinfachtes Installationsschema einer Wallbox. Tatsächlicher Aufbau abhängig vom Bestandszählerschrank.

Relevante Normen und Ladeleistungsstufen

Norm / StandardInhaltRelevanz
DIN VDE 0100-722Errichten von Niederspannungsanlagen — Stromversorgung von ElektrofahrzeugenPflicht: FI-Schutz, Leitungsdimensionierung, eigener Stromkreis
IEC 61851Konduktives Laden von E-Fahrzeugen (Lademodi 1–4)Definiert Ladeleistungsstufen und Sicherheitsanforderungen
§14a EnWGSteuerbare VerbrauchseinrichtungenAb 4,2 kW: Wallbox muss steuerbar sein, reduziertes Netzentgelt
NAV §19NiederspannungsanschlussverordnungMeldepflicht jeder Wallbox; Genehmigung ab >11 kW

Ladeleistungsstufen im Überblick

LeistungsstufeAnschlussAbsicherungReichweite/StundeTypischer Einsatz
3,7 kW1-phasig, 230V/16A1 × B16~20 km/hZweitwagen, geringes Fahrprofil
7,4 kW1-phasig, 230V/32A1 × B32~40 km/hMG4, BYD ATTO 3 (1-phasig limited)
11 kW3-phasig, 400V/16A3 × B16~60 km/hStandard — 85% aller Wallboxen in DE
22 kW3-phasig, 400V/32A3 × B32~120 km/hVielfahrer, Renault/Porsche (22 kW onboard)

Jetzt berechnen

Ihre Angaben

77 kWh Akku · 16.3 kWh/100 km · Onboard-Lader 11 kW
50km
10 km200 km
Hausanschluss
Schauen Sie in Ihren Zählerschrank: 3-phasig 16A ist der häufigste Anschluss in DE.

Ihre Wallbox-Empfehlung

3,7kW
Empfohlene Ladeleistung
2,2Std.
Ladezeit pro Tag
8,2kWh
Tagesbedarf
Ladeleistungsstufe3.7 kW (1-phasig)
Absicherung1 × 16A Leitungsschutzschalter (B16)
Wallbox-TypAC Typ 2, 3.7 kW, mit integriertem DC-Fehlerstromsensor (alternativ: externer FI Typ B, RCD Typ B)
§14a EnWG steuerbar✗ Nicht erforderlich
Installationshinweise: Meldepflicht: Jede Wallbox muss beim Netzbetreiber angemeldet werden (NAV §19).

Hintergrund: So finden Sie die richtige Wallbox

Meldepflicht und Genehmigung

Jede Wallbox muss beim zuständigen Netzbetreiber angemeldet werden — unabhängig von der Leistung. Für Wallboxen bis 11 kW genügt eine formlose Meldung. Wallboxen mit mehr als 11 kW (in der Praxis: 22 kW) benötigen die aktive Zustimmung des Netzbetreibers, der den Netzanschluss auf Belastbarkeit prüft.

§14a EnWG — Steuerbare Verbrauchseinrichtungen

Seit dem 01.01.2024 gelten neue Regeln für §14a EnWG. Alle Wallboxen ab 4,2 kW Ladeleistung müssen als steuerbare Verbrauchseinrichtung angemeldet werden. Der Netzbetreiber darf die Leistung temporär auf mindestens 4,2 kW dimmen (Modul 1) oder zeitlich steuern (Modul 2). Im Gegenzug erhalten Sie einen reduzierten Netzentgelt-Tarif.

PV-Überschussladen

Besitzer einer Photovoltaikanlage profitieren besonders: Mit einer wallbox-fähigen Steuerung (OCPP, Modbus, SunSpec) laden Sie Ihr E-Auto bevorzugt mit kostenlosem Solarstrom. Die Eigenverbrauchsquote steigt typischerweise um 15–20 Prozentpunkte. Nutzen Sie unseren PV + Wallbox Simulator zur Optimierung.

IP-Schutzklassen für Außeninstallation

Bei Installation im Freien (Stellplatz, offener Carport) ist mindestens IP54 erforderlich — Schutz gegen Spritzwasser aus allen Richtungen. In einer geschlossenen Garage genügt IP44. Achten Sie zusätzlich auf UV-Beständigkeit des Gehäuses und einen Betriebstemperaturbereich von mindestens -25 °C bis +50 °C.

Zukunftssicherheit: Bidirektionales Laden

Ab 2026 wird bidirektionales Laden (V2H/V2G) ohne steuerliche Doppelbelastung möglich. Wenn Sie zukunftssicher investieren möchten, achten Sie bereits jetzt auf eine Wallbox mit bidirektionaler Vorbereitung — auch wenn die Funktion heute noch nicht freigeschaltet ist.

Häufig gestellte Fragen

Brauche ich für eine 11-kW-Wallbox eine Genehmigung?
Nein — Wallboxen bis 11 kW sind gemäß der Niederspannungsanschlussverordnung (NAV) beim Netzbetreiber nur meldepflichtig, nicht genehmigungspflichtig. Ab 12 kW (also 22-kW-Wallboxen) benötigen Sie die Zustimmung Ihres Netzbetreibers. Die Anmeldung übernimmt in der Regel Ihr Elektroinstallateur.
Was ist der Unterschied zwischen 11 kW und 22 kW?
11 kW laden über Nacht ca. 80 km Reichweite pro Stunde — für die meisten Pendler ausreichend. 22 kW verdoppeln die Ladegeschwindigkeit, erfordern aber einen 32A-Anschluss und die Genehmigung des Netzbetreibers. Zudem können die meisten E-Autos (z. B. Tesla Model 3, VW ID.4) maximal 11 kW AC laden — eine 22-kW-Wallbox bringt dann keinen Geschwindigkeitsvorteil.
Kann ich eine Wallbox mit meiner PV-Anlage kombinieren?
Ja — mit Überschussladen laden Sie Ihr E-Auto primär mit Solarstrom. Dafür benötigen Sie eine Wallbox mit OCPP- oder Modbus-Schnittstelle. Ihre Eigenverbrauchsquote steigt typischerweise um 15–20 %. Nutzen Sie unseren PV + Wallbox Simulator zur Optimierung.
Welche Wallbox ist für ein Mietobjekt geeignet?
Seit dem Wohnungseigentumsmodernisierungsgesetz (WEMoG) vom 01.12.2020 hat jeder Wohnungseigentümer und Mieter (mit Zustimmung des Vermieters) Anspruch auf Installation einer Wallbox. Für Mietobjekte empfehlen sich Wallboxen mit integriertem MID-Zähler (eichrechtlich) zur transparenten Stromabrechnung.
Muss ein Elektriker die Wallbox installieren?
Ja — die Installation einer Wallbox ist ausschließlich durch eine eingetragene Elektrofachkraft zulässig (§13 NAV). Eigeninstallation ist gesetzlich verboten und führt zum Erlöschen von Garantie und Versicherungsschutz. Die Fachkraft übernimmt auch die Anmeldung beim Netzbetreiber.
Brauche ich einen FI-Schutzschalter Typ B?
Ein FI Typ B oder ein FI Typ A mit DC-Fehlerstromsensor (6 mA) ist Pflicht gemäß DIN VDE 0100-722. Viele moderne Wallboxen haben diesen DC-Fehlerstromschutz bereits integriert — dann genügt ein externer FI Typ A. Prüfen Sie die Herstellerangaben.
Was bedeutet §14a EnWG für meine Wallbox?
Seit dem 01.01.2024 gelten Wallboxen ab 4,2 kW als steuerbare Verbrauchseinrichtungen gemäß §14a EnWG. Ihr Netzbetreiber darf die Ladeleistung zeitweise auf 4,2 kW drosseln (nicht abschalten). Dafür erhalten Sie einen reduzierten Netzentgelt-Tarif — typischerweise 100–200 €/Jahr Ersparnis. Sie benötigen dafür ein Steuerungsmodul (Rundsteuerempfänger oder Smart-Meter-Gateway).

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