AC-Laden
AC-Laden bezeichnet das Laden eines E-Autos mit Wechselstrom über Wallbox oder öffentliche Ladesäule — mit max. 22 kW und Typ-2-Stecker.
Was ist AC-Laden?
AC-Laden (Alternating Current, Wechselstrom) bezeichnet das Laden eines Elektrofahrzeugs über Wechselstrom. Der Strom wird erst im Fahrzeug durch den Onboard-Charger (OBC) in Gleichstrom (DC) umgewandelt, den die Batterie benötigt. AC-Laden ist die Standard-Lademethode an Wallboxen, allen öffentlichen Normalladesäulen und Haushaltssteckdosen.
Die technischen Anforderungen sind in IEC 61851-1 (konduktive Ladesysteme) geregelt, der Steckerstandard in IEC 62196-2 (Typ-2-Stecker).
Leistungsstufen
| Quelle | Leistung | Stecker | Typische Anwendung | Ladezeit (60 kWh) |
|---|---|---|---|---|
| Schuko-Steckdose | 2,3 kW | SchuKo | Notladen | ~26 Std. |
| Wallbox 1-phasig | 3,7 kW | Typ 2 | Mietwohnung | ~16 Std. |
| Wallbox 3-phasig | 11 kW | Typ 2 | Eigenheim (Standard) | ~5,5 Std. |
| Wallbox 3-phasig | 22 kW | Typ 2 | Eigenheim (schnell) | ~2,7 Std. |
| Öffentliche AC-Säule | 11–22 kW | Typ 2 | Straßenladen | 2,7–5,5 Std. |
Vorteile gegenüber DC-Laden
- Günstiger: Wallbox ab 400 €, DC-Schnelllader ab 30.000 € (Infrastrukturkosten)
- Schonender: Langsames Laden reduziert thermische Belastung und verlängert die Batterielebensdauer
- Alltagstauglich: Über Nacht laden reicht für die meisten Fahrprofile (Ø 40 km/Tag in Deutschland)
- Geringere Netzbelastung: 11 kW statt 50–350 kW
- Geringere Stromkosten: Heimstrom (28–37 ct/kWh) vs. DC-Tarife (50–89 ct/kWh)
Praxisbeispiel: Nachtladen mit 11 kW
Ein E-Auto mit 60-kWh-Akku steht von 22:00 bis 6:30 Uhr (8,5 Std.) an der Wallbox.
- Verfügbare Ladeleistung: 11 kW
- Max. Lademenge: 11 kW × 8,5 h = 93,5 kWh — weit mehr als der Akku benötigt
- Ergebnis: Selbst bei 20 % Start-SoC ist der Akku morgens voll geladen
- Kosten: 48 kWh × 32 ct = 15,36 € für ~300 km Reichweite
Wann reicht AC nicht?
Bei Langstrecken (>300 km pro Tag) oder fehlender Heimlademöglichkeit ist DC-Schnellladen auf der Route unverzichtbar. Für den täglichen Bedarf — laut Kraftfahrt-Bundesamt (KBA) durchschnittlich 40 km/Tag — ist AC-Heimladen die wirtschaftlichste Lösung.
Technische Normen
| Norm | Regelungsinhalt |
|---|---|
| IEC 61851-1 | Allgemeine Anforderungen an konduktive Ladesysteme |
| IEC 62196-2 | Typ-2-Stecker und -Steckdosen |
| DIN VDE 0100-722 | Installation von Ladeeinrichtungen in Gebäuden |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Kann ich mein E-Auto an der normalen Steckdose laden? Technisch ja, mit einem Ladeziegel (Mode 2, ICCB). In der Praxis ist Schuko-Laden nur für den Notfall geeignet: nur 2,3 kW, Überhitzungsgefahr bei Dauerlast, und nicht normkonform für den regulären Ladebetrieb. Die DIN VDE 0100-722 schreibt für dauerhaftes Laden eine fest installierte Ladeeinrichtung vor.
Warum ist AC-Laden auf 22 kW begrenzt? Die Begrenzung entsteht durch den Onboard-Charger im Fahrzeug, der den Wechselstrom in Gleichstrom wandelt. Ein 22-kW-OBC wiegt bereits 10–15 kg. Höhere Leistungen würden Gewicht und Kosten unverhältnismäßig steigern — dort übernimmt die externe DC-Ladeinfrastruktur.
AC oder DC für zuhause? Für den Heimgebrauch ist ausschließlich AC-Laden relevant. DC-Ladestationen für den Privatgebrauch kosten 15.000–30.000 € und benötigen einen eigenen Trafo. Eine 11-kW-AC-Wallbox deckt den Heimbedarf vollständig ab.
Wie schnell lädt mein Auto mit 11 kW? Bei einem typischen E-Auto mit 60-kWh-Akku: 10→80 % in etwa 3,8 Stunden, 10→100 % in ca. 5 Stunden. → Berechnen Sie Ihre individuelle Ladezeit im Ladezeitrechner.