Installationskostenrechner

Was kostet die Wallbox-Installation wirklich? Gerät, Kabelweg, Zählerschrank, Elektriker und Genehmigung — transparent kalkuliert.

Eigenheimbesitzer & Vermieter ~45 Sekunden 3 Szenarien

„Die Wallbox kostet 800 Euro — was soll da schon teuer werden?" Ein häufiger Irrtum. Denn die Installation kostet oft mehr als das Gerät selbst. Kabelweg, Zählerschrank-Zustand, Verlegungsart und Wanddurchbrüche bestimmen den Preis. Zwischen einer einfachen Garage-Installation (1.500 €) und einer aufwendigen Altbau-Nachrüstung (4.500 €) liegen Welten.

Unser Installationskostenrechner macht die Kostenstruktur transparent: Geben Sie Ihre Situation ein und erhalten Sie eine detaillierte Aufschlüsselung aller Einzelposten — von der Wallbox über den Kabelweg bis zur Elektrikerstunde. Dazu ein Vergleich mit drei Standard-Szenarien.

Drei typische Szenarien

Die Kosten variieren je nach Ausgangssituation stark — hier die drei wichtigsten Fälle:

Wallbox-Installation: 3 typische Szenarien (11 kW Smart) Einfach ~1.565 € Garage neben Zählerschrank Wallbox: 900 € · Kabel 5m: 75 € FI+LS: 150 € · Elektriker 4h: 340 € Zähler: modern (0 €) Kein Durchbruch, keine Erdarbeit Mittel ~1.720 € 10m Kabelweg, 1 Wanddurchbruch Wallbox: 900 € · Kabel 10m: 150 € FI+LS: 150 € · Durchbruch: 80 € Elektriker 6h: 510 € Zähler: modern (0 €) Aufwendig ~3.280 € 20m Unterputz, Zähler-Nachrüstung Wallbox: 900 € · Kabel 20m: 700 € Zähler-Nachrüstung: 800 € FI+LS: 150 € · 2 Durchbrüche: 160 € Elektriker 8h: 680 € Preise inkl. Material und Installation. Elektrikerstundensatz: 85 €/h (Meisterbetrieb, HWK-Preisspiegel 2025). Regionale Preisabweichungen bis ±30%. Mindestens 2–3 Angebote einholen.
Abb. 8: Drei typische Installationsszenarien für eine 11-kW-Wallbox.

Normen und Vorschriften

VorschriftInhaltKostenrelevanz
DIN VDE 0100-722Errichtung von Niederspannungsanlagen für E-FahrzeugeFI-Schutzschalter, Leitungsquerschnitt, Absicherung
NAV §19Meldepflicht (≤11 kW) / Genehmigung (>11 kW)Genehmigung >11 kW: ca. 500 €
TAB des NetzbetreibersTechnische Anschlussbedingungen (regional)Zählerschrank-Anforderungen, Smart Meter Gateway
§14a EnWGSteuerbare Verbrauchseinrichtung (ab 4,2 kW)Intelligente Steuerung → reduziertes Netzentgelt
GEIGLeitungsinfrastruktur in NeubautenLeerrohr vorinstalliert → Installation günstiger
DIN VDE 0100-600InbetriebnahmeprüfungPflichtprüfung nach Installation (~100 €)
HWK-Preisspiegel 2025Referenz für HandwerkerkostenMeister-Stundensatz: ca. 85 €/h (brutto)

Jetzt kalkulieren

Ihre Installation

Kabelweg

10m
1 m40 m
Kürzester Weg für Kabelverlegung

Elektrische Anlage

0Stk.
0 Stk.5 Stk.
~80 € pro Durchbruch (Kernbohrung)

Kostenübersicht

1.710
Gesamtkosten (brutto)
1.710
Gesamtkosten
6Std.
Elektriker-Arbeitszeit
PositionKostenAnteil
Wallbox900 €53%
Kabel & Verlegung150 €9%
Zählerschrank0 €0%
Schutzeinrichtung150 €9%
Elektriker510 €30%
Gesamt1.710 €100%

Kostenverteilung

Wallbox: 900 (53%)Kabel & Verlegung: 150 (9%)Schutzeinrichtung: 150 (9%)Elektriker: 510 (30%)

Szenarien-Vergleich (11 kW Smart)

08481.6952.5433.3901.465Einfach1.790Mittel3.390Aufwendig
Einfach: Garage neben Zählerschrank, 5m Kabel, Aufputz, moderner Schrank
1.465 €
Mittel: 10m Kabelweg, 1 Durchbruch, Aufputz, moderner Schrank
1.790 €
Aufwendig: 20m Kabelweg, Unterputz, 2 Durchbrüche, Zähler-Nachrüstung
3.390 €
Hinweis: Die Kosten basieren auf Durchschnittswerten (HWK-Preisspiegel 2025, 85 €/Std. Meisterbetrieb). Holen Sie mindestens 2–3 Angebote von zertifizierten Elektrikern ein. Preise variieren regional um bis zu ±30%.

Hintergrund: Installation richtig planen

Der Kabelweg: Der größte Kostenfaktor

Der Weg vom Zählerschrank zur Wallbox bestimmt maßgeblich die Installationskosten. Idealfall: Die Garage liegt direkt neben dem Zählerschrank — 3–5 Meter Kabelweg, Aufputz-Verlegung, Kosten ca. 75 €. Worst Case: 25 Meter Kabelweg durch den Keller, über den Hof (Erdkabel), durch die Wand — das kann allein 1.000–1.500 € kosten. Tipp: Vor dem Elektriker-Besuch den kürzesten Kabelweg identifizieren.

Zählerkasten: Die versteckte Kostenfalle

In vielen Häusern, die vor 2000 gebaut wurden, entspricht der Zählerkasten nicht den aktuellen TAB (Technische Anschlussbedingungen) des Netzbetreibers. Eine Wallbox-Installation ist oft der Auslöser für eine Nachrüstung. Die gute Nachricht: Die Modernisierung erhöht den Immobilienwert und ermöglicht zukünftig auch Smart Meter, PV-Einspeisung und weitere E-Ladeinfrastruktur. Rechnen Sie bei Altbauten mit 800–2.000 € Zusatzkosten.

FI-Schutzschalter: Typ A, Typ B oder integriert?

Die DIN VDE 0100-722 fordert einen DC-fehlerempfindlichen Fehlerstromschutz. Drei Optionen: FI Typ B (allstromsensitiv, ca. 300 €, erkennt DC-Fehlerströme direkt), FI Typ A-EV (speziell für E-Fahrzeuge, ca. 200 €, mit 6-mA-DC-Erkennung) oder eine Wallbox mit integriertem DC-Schutz (dann reicht ein FI Typ A, ca. 50 €). Die letzte Option ist bei Smart-Wallboxen mittlerweile Standard und die kostengünstigste Lösung.

Checkliste für den Elektriker-Besuch

Vorbereitung spart Geld: 1) Foto des Zählerkastens (geöffnet) für Fernbeurteilung. 2) Kabelweg ausmessen (kürzester Weg). 3) Wanddurchbrüche identifizieren. 4) Netzbetreiber-TAB herunterladen (Website des Netzbetreibers). 5) Wallbox-Modell vorab auswählen (Datenblatt: integrierter DC-Schutz?). 6) Förderanträge vor der Beauftragung stellen.

Häufig gestellte Fragen

Was kostet eine Wallbox-Installation typischerweise?
Die Gesamtkosten (Wallbox + Installation) liegen zwischen 1.200 und 4.500 €, abhängig von Wallbox-Typ, Kabelweg und Zustand des Zählerschranks. Eine einfache Installation (kurzer Kabelweg, moderner Zählerkasten, Aufputz) startet bei ca. 1.500 €. Aufwendige Installationen (langer Kabelweg, Unterputz, Zählerkasten-Nachrüstung) können 3.000–4.500 € kosten.
Warum ist der Zählerschrank so teuer?
In vielen Altbauten (vor 2000) entspricht der Zählerschrank nicht den aktuellen Normen (DIN VDE 0100-722, TAB des Netzbetreibers). Eine Teilmodernisierung (ca. 800 €) umfasst den Einbau eines FI-Schutzschalters, eines neuen Leitungsschutzschalters und ggf. eines Platzhalters für einen Smart Meter. Ein Komplett-Austausch (ca. 2.000 €) ist nötig, wenn keine freien Plätze vorhanden sind oder der Schrank den TAB-Anforderungen nicht genügt.
Brauche ich einen FI-Schutzschalter Typ B?
Laut DIN VDE 0100-722 muss die Wallbox-Absicherung einen DC-fehlerempfindlichen RCD enthalten. Das kann ein FI Typ B (ca. 300 €) oder ein FI Typ A mit integrierter DC-Fehlererkennung (6-mA-DC-Schutz) sein. Viele moderne Smart-Wallboxen haben einen integrierten DC-Schutz, sodass ein günstigerer FI Typ A ausreicht. Prüfen Sie das Datenblatt Ihrer Wallbox.
Aufputz oder Unterputz — was ist besser?
Aufputz (Kabelkanal) ist günstiger (~15 €/m), schneller installiert und einfacher zu warten. Unterputz (~35 €/m) sieht eleganter aus, erfordert aber Stemmarbeiten, Verputzen und oft Malerarbeiten. In Garagen und Kellerräumen ist Aufputz die pragmatische Wahl. Im Wohnbereich oder bei Neubauten wird Unterputz bevorzugt.
Brauche ich eine Genehmigung vom Netzbetreiber?
Bis 11 kW: Meldepflicht (NAV §19) — Sie teilen dem Netzbetreiber die Installation mit, brauchen aber keine Genehmigung. Über 11 kW: Genehmigungspflicht — der Netzbetreiber prüft die Netzkapazität. Bearbeitungszeit: 4–8 Wochen, Kosten ca. 500 €. Seit 2024 gilt zudem §14a EnWG: Steuerbare Verbrauchseinrichtungen ab 4,2 kW müssen dem Netzbetreiber eine temporäre Leistungsreduzierung ermöglichen.
Kann ich die Wallbox selbst installieren?
Nein. Die Installation einer Wallbox ist eine meldepflichtige elektrische Arbeit und muss von einem eingetragenen Elektrofachbetrieb durchgeführt werden. Verstöße können zum Erlöschen der Versicherung und der Gerätegarantie führen. Der Elektriker übernimmt auch die vorgeschriebene Anmeldung beim Netzbetreiber und die Inbetriebnahmeprüfung nach DIN VDE 0100-600.
Wie finde ich einen guten Elektriker für die Wallbox?
Empfehlungen: 1) Die „Installateursuche" auf der Website Ihres Netzbetreibers — dort sind zertifizierte Betriebe gelistet. 2) Wallbox-Hersteller bieten oft ein Partnernetzwerk zertifizierter Installateure. 3) Mindestens 2–3 Angebote einholen und auf eine Vor-Ort-Besichtigung bestehen — fernab erstellte Angebote sind oft ungenau. Achten Sie auf den Eintrag im Installateurverzeichnis des Netzbetreibers.

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