FI-Schutzschalter
Ein FI-Schutzschalter (RCD) schützt vor tödlichen Stromschlägen durch Abschaltung bei Fehlerströmen — Pflicht bei jeder Wallbox-Installation.
Was ist ein FI-Schutzschalter?
Ein FI-Schutzschalter (Fehlerstrom-Schutzschalter, engl. RCD = Residual Current Device) überwacht den Differenzstrom zwischen Hin- und Rückleiter. Bei einem Fehlerstrom — z. B. wenn Strom über den menschlichen Körper zur Erde fließt — schaltet er den Stromkreis innerhalb von 30 ms ab. Er ist die zentrale Personenschutzmaßnahme bei der Wallbox-Installation.
Die Norm DIN VDE 0100-722 schreibt vor, dass jeder Ladepunkt über einen eigenen FI-Schutzschalter abgesichert sein muss.
Typ A vs. Typ A-EV vs. Typ B
| Typ | Erkennt | Einsatz bei Wallboxen | Norm | Kosten |
|---|---|---|---|---|
| Typ A | AC-Fehlerströme, pulsierende DC-Fehlerströme | Wenn Wallbox integrierten DC-Fehlerstromschutz (≥6 mA DC) besitzt | DIN EN 61008 | 30–80 € |
| Typ A-EV | Wie Typ A + glatte DC bis 6 mA | Speziell für E-Auto-Laden entwickelt | IEC 62955 | 80–200 € |
| Typ B | AC + pulsierende DC + glatte DC (alle Fehlerströme) | Pflicht, wenn Wallbox keinen integrierten DC-Fehlerstromschutz besitzt | DIN EN 62423 | 200–450 € |
Entscheidungslogik: Welchen Typ brauche ich?
-
Hat Ihre Wallbox einen integrierten DC-Fehlerstromschutz (6 mA DC)?
- ✅ Ja → Typ A oder Typ A-EV reicht
- ❌ Nein → Typ B ist Pflicht
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Ist der DC-Schutz nach IEC 62955 zertifiziert?
- ✅ Ja → Typ A genügt
- ❌ Unklar → Typ A-EV oder Typ B wählen (Sicherheitsmarge)
Die meisten modernen Smart-Wallboxen (ab 2022) haben einen integrierten DC-Fehlerstromschutz — dann genügt ein externer Typ A.
DIN VDE 0100-722 — Kernvorschriften
| Vorschrift | Inhalt |
|---|---|
| Eigener Stromkreis | Jeder Ladepunkt muss über einen separaten Stromkreis abgesichert sein |
| Eigener FI | Jeder Ladepunkt benötigt einen eigenen RCD (kein gemeinsamer FI für mehrere Wallboxen) |
| Typ B oder DC-Schutz | Wenn kein DC-6-mA-Schutz im Ladegerät integriert ist, muss ein Typ-B-RCD verwendet werden |
| Leitungsschutz | Zusätzlich: LS-Schalter B16 (11 kW) oder B32 (22 kW) |
Normen und Standards
| Norm | Inhalt |
|---|---|
| DIN VDE 0100-722 | Installation von Ladeeinrichtungen für E-Fahrzeuge |
| DIN EN 61008 | Fehlerstrom-Schutzeinrichtungen (RCD) ohne eingebauten Überstromschutz |
| DIN EN 62423 | Allstromsensitive FI-Schutzschalter (Typ B) |
| IEC 62955 | DC-Fehlerstrom-Erkennung in Ladeeinrichtungen |
Häufig gestellte Fragen (FAQ)
Typ A oder Typ B — was brauche ich für meine Wallbox? Prüfen Sie das Datenblatt Ihrer Wallbox: Hat sie einen „integrierten DC-Fehlerstromschutz” oder „DC 6 mA Schutzmodul”? Wenn ja, reicht ein externer Typ A (30–80 €). Wenn nein oder unklar, benötigen Sie einen Typ B (200–450 €). Die Mehrheit aktueller Smart-Wallboxen hat den DC-Schutz integriert.
Was kostet der FI-Schutzschalter inklusive Einbau? Material: 30–450 € je nach Typ. Einbau durch Elektriker: 50–150 €. Gesamt: 80–600 €. Die Kosten sind im Installationskostenrechner berücksichtigt.
Kann ich einen vorhandenen FI im Zählerschrank mitnutzen? Nein — die DIN VDE 0100-722 schreibt einen eigenen FI-Schutzschalter pro Ladepunkt vor. Ein gemeinsamer FI für mehrere Stromkreise (z. B. Wallbox + Waschmaschine) ist nicht normkonform.
Muss ich den FI regelmäßig prüfen? Ja. Betätigen Sie den Prüftaste (Testknopf) mindestens alle 6 Monate. Der FI muss sofort auslösen. Zusätzlich wird eine Prüfung durch einen Elektrofachbetrieb alle 4 Jahre empfohlen (DGUV Vorschrift 3).