PV + Wallbox Eigenverbrauch-Simulator

Wie viel PV-Eigenstrom fließt in Ihr E-Auto? Eigenverbrauchsquote, Autarkiegrad und Ersparnis — mit und ohne Überschussladen und Speicher.

PV-Besitzer & Planende ~60 Sekunden HTW Berlin Modell

PV-Anlage auf dem Dach, E-Auto in der Garage — die perfekte Kombination? In der Theorie ja: Eigenstrom kostet nur 8–12 ct/kWh statt 39 ct aus dem Netz. In der Praxis hängt der Eigenverbrauchsanteil stark davon ab, wann Ihr Auto zu Hause steht. Unser Simulator zeigt, wie Überschussladen, Speicher und Heimkehr-Zeitfenster die Eigenverbrauchsquote beeinflussen.

Das Ergebnis überrascht oft: Selbst ohne Speicher und mit Überschussladen am Nachmittag erreichen viele Haushalte eine Eigenverbrauchsquote von 45–55%. Der Autarkiegrad — also wie viel Ihres Gesamtverbrauchs die PV deckt — liegt bei typischen 10-kWp-Anlagen bei 50–70%.

Energiefluss im Überblick

Wohin fließt Ihr PV-Strom? Typisches Szenario mit 10 kWp und Überschussladen:

PV-Energiefluss mit Wallbox — 10 kWp, Süddach PV-Anlage 10 kWp 10.500 kWh/Jahr Haushalt 4.000 kWh ~3.150 kWh aus PV (79%) E-Auto (Wallbox) 2.700 kWh ~1.620 kWh aus PV (60%) Netzeinspeisung 5.730 kWh = 464 €/Jahr (8,1 ct/kWh) Eigenverbrauchsquote: ~45% (mit Überschussladen) · Autarkiegrad: ~71% · Ersparnis: ~2.300 €/Jahr Annahmen: 10 kWp Süd 30°, 4.000 kWh Haushalt, 15.000 km/Jahr, 18 kWh/100km, Überschussladen nachmittags, kein Speicher
Abb. 10: PV-Energiefluss mit Wallbox-Integration.

Ertragsdaten und Referenzwerte

ParameterWertQuelle
Spez. Ertrag (Süd, 30°)1.050 kWh/kWpFraunhofer ISE, Standort Mitte-DE
Spez. Ertrag (Ost-West)900 kWh/kWpHTW Berlin PV-Simulator
Eigenverbrauch (ohne Speicher, ohne EV)25–35%HTW Berlin, Unabhängigkeitsrechner
Eigenverbrauch (mit Überschussladen)45–60%HTW Berlin, empirische Daten
Eigenverbrauch (mit Speicher + EV)60–80%Fraunhofer ISE Speicher-Monitoring
Einspeisevergütung (ab Feb. 2025)8,1 ct/kWh (≤10 kWp)EEG 2023, Bundesnetzagentur
Modulkosten (2025)~1.200–1.500 €/kWp (installiert)Solar-Vergleich.de, BSW-Solar
CO₂-Faktor Strommix DE380 g/kWhUmweltbundesamt 2024

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Ihre Anlage

PV-Anlage

10kWp
3 kWp30 kWp
~50 m² Dachfläche benötigt
30°
0 °60 °
Optimal: 30–35° bei Südausrichtung

Batteriespeicher

0kWh
0 kWh20 kWh
Kein Speicher

Haushalt und E-Auto

4.000kWh
1.500 kWh8.000 kWh
Durchschnitt 3-Personen-Haushalt: ~3.500 kWh
15.000km
5.000 km40.000 km
18kWh/100km
12 kWh/100km30 kWh/100km
Bestimmt den Anteil nutzbaren Solarstroms

Tarife

39ct/kWh
20 ct/kWh55 ct/kWh
8,1ct/kWh
0 ct/kWh12 ct/kWh
EEG ab Feb. 2025: 8,1 ct/kWh (≤10 kWp)

Simulationsergebnis

55%
Eigenverbrauchsquote
86%
Autarkiegrad
2.634,98
Jährliche Ersparnis
10.500kWh
PV-Jahresertrag
5.775kWh
Eigenverbrauch
2,19t/Jahr
CO₂-Vermeidung
PositionkWh/JahrAnteil
PV-Ertrag gesamt10.500100%
→ Eigenverbrauch5.77555%
→ Netzeinspeisung4.72545%
Gesamtbedarf (Haushalt + E-Auto)6.700
Davon E-Auto2.700
Restbezug aus Netz925

PV-Ertrag Verwendung

Haushalt (Eigenverbrauch): 4.000 (38%)E-Auto (Eigenverbrauch): 1.775 (17%)Netzeinspeisung: 4.725 (45%)

Ersparnis: mit vs. ohne Überschussladen

06591.3171.9762.6351.823,85Ohne Überschussladen2.634,98Mit Überschussladen€/Jahr
PositionOhne PVMit PVDifferenz
Jährliche Stromkosten2.613 €360,75 €−2.252,25 €
Einspeise-Einnahmen+382,72 €+382,72 €
Gesamtersparnis 2.634,98 €/Jahr
Überschussladen: Wenn Ihr E-Auto tagsüber zu Hause steht, kann eine HEMS-fähige Wallbox den PV-Überschuss direkt laden — statt für 8.1 ct/kWh einzuspeisen, nutzen Sie den Strom für 39 ct/kWh, die Sie sonst aus dem Netz bezahlt hätten. Das steigert die Eigenverbrauchsquote um 15–25 Prozentpunkte.

Hintergrund: PV + E-Auto verstehen

Warum Eigenverbrauch wichtiger ist als Einspeisung

Die Einspeisevergütung liegt bei 8,1 ct/kWh (EEG, ab Feb. 2025). Netzstrom kostet 39 ct/kWh. Jede kWh, die Sie selbst verbrauchen statt einzuspeisen, ist Ihnen also ~31 ct wert — fast viermal so viel wie die Einspeisevergütung. Überschussladen ist der effizienteste Weg, den Eigenverbrauch ohne Speicher-Investition zu steigern, da es einen flexiblen Verbraucher (das E-Auto) nutzt, der genau dann lädt, wenn Solarstrom überschüssig ist.

HEMS und Überschussladen: Die Technik dahinter

Ein Home Energy Management System (HEMS) steuert, wie viel Strom in die Wallbox fließt. Es kommuniziert mit dem PV-Wechselrichter und passt die Ladeleistung in Echtzeit an die PV-Erzeugung an. Die Mindest-Ladeleistung liegt bei 1,4 kW (1-phasig, 6A) — darunter bricht das Laden ab. Protokolle: SEMP (SMA), Modbus TCP (Fronius, SMA), EEBUS, oder universell über die Open-Source-Lösung EVCC.

Speicher vs. Überschussladen: Was bringt mehr?

Ein 10-kWh-Speicher kostet ca. 8.000–10.000 € und erhöht den Eigenverbrauch um ~20 Prozentpunkte. Überschussladen kostet „nur" den Aufpreis für eine HEMS-fähige Wallbox (~200–400 € Differenz) und erhöht den Eigenverbrauch um 15–25 Prozentpunkte. Pro investiertem Euro ist Überschussladen also 50–100× wirtschaftlicher als ein Speicher. Empfehlung: Erst Überschussladen + EVCC einrichten, dann optional Speicher nachrüsten.

Dimensionierung: PV-Anlage und Wallbox richtig kombinieren

Drei Dimensionierungsfragen: 1) Wie groß sollte die PV-Anlage sein? Mindestens die Dachfläche vollständig nutzen (Vollbelegung) — die Grenzkosten pro zusätzlichem kWp sind gering. 2) Welche Wallbox? Eine mit HEMS-Anbindung, mind. 1-phasig regelbar (besser 3-phasig für höheren Eigenverbrauch bei teilweiser Bewölkung). 3) Speichergröße? Faustregel: 1 kWh pro kWp PV-Leistung (also 10 kWh bei 10 kWp) — größer bringt nur marginal mehr Autarkie.

Häufig gestellte Fragen

Was ist die Eigenverbrauchsquote?
Die Eigenverbrauchsquote gibt an, wie viel Prozent des erzeugten PV-Stroms Sie selbst verbrauchen (statt ins Netz einzuspeisen). Ohne Speicher liegt sie bei typischen Haushalten bei 25–35%. Mit einem E-Auto und Überschussladen steigt sie auf 45–60%, mit Batteriespeicher sogar auf 60–80%. Jede selbst verbrauchte kWh spart ca. 30 ct (Differenz zwischen Netzstrom und Einspeisevergütung).
Was ist der Unterschied zwischen Eigenverbrauchsquote und Autarkiegrad?
Eigenverbrauchsquote = Anteil des PV-Stroms, den Sie selbst nutzen (Perspektive: PV-Anlage). Autarkiegrad = Anteil Ihres Gesamtverbrauchs, den die PV-Anlage deckt (Perspektive: Haushalt). Eine 3-kWp-Anlage hat eine hohe Eigenverbrauchsquote (~80%), aber einen niedrigen Autarkiegrad (~30%). Eine 20-kWp-Anlage hat eine niedrigere Eigenverbrauchsquote (~25%), aber einen höheren Autarkiegrad (~60%).
Was ist Überschussladen und brauche ich dafür eine spezielle Wallbox?
Überschussladen bedeutet, dass die Wallbox nur den PV-Strom nutzt, der gerade nicht vom Haushalt benötigt wird. Ja, dafür brauchen Sie eine HEMS-fähige Wallbox (Home Energy Management System). Diese kommuniziert über SG Ready, Modbus oder SEMP mit dem Wechselrichter. Populäre Kombinationen: go-eCharger + Fronius, Easee + SolarEdge, oder universell über EVCC (Open Source).
Lohnt sich ein Batteriespeicher zusätzlich?
Die Wirtschaftlichkeit von Speichern hat sich verbessert, ist aber nicht immer gegeben. Ein 10-kWh-Speicher (ca. 8.000–10.000 €) erhöht den Autarkiegrad um 15–25 Prozentpunkte und die Eigenverbrauchsquote um ähnlich viel. Die Amortisation dauert 10–15 Jahre — nahe an der Speicher-Lebensdauer (ca. 15 Jahre). Mit E-Auto ist ein Speicher weniger dringend, da das Auto tagsüber als „mobiler Speicher" fungiert (Überschussladen).
Wie viel kWp PV-Leistung brauche ich für ein E-Auto?
Faustregel: 3–5 kWp zusätzlich zur Haushalt-PV-Anlage. Bei 15.000 km/Jahr und 18 kWh/100km benötigt Ihr E-Auto ~2.700 kWh/Jahr. Da nur ~50% des PV-Stroms direkt nutzbar sind (Rest wird eingespeist), brauchen Sie ca. 5.000 kWh Mehrertrag → ~5 kWp extra. Typische Gesamtgröße: 8–12 kWp für Haushalt + E-Auto. Verfügbare Dachfläche: ~5 m² pro kWp.
Wie genau ist diese Simulation?
Das Modell basiert auf dem HTW Berlin Eigenverbrauchsmodell, das empirisch validiert ist und auch von der Forschungsstelle für Energiewirtschaft verwendet wird. Die Genauigkeit beträgt ±10%. Faktoren, die das Ergebnis beeinflussen, aber nicht modelliert werden: Tägliches Lastprofil, Wetter-Schwankungen, Degradation der PV-Module (~0,5%/Jahr) und Speicherverluste (~10%). Für eine exakte Simulation empfehlen wir PV*SOL oder Polysun.

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