Flottenkosten-Rechner

E-Flotte vs. Verbrennerflotte: Gesamtkosten, ROI Ladeinfrastruktur, Dienstwagen-Steuervorteil und CO₂-Einsparung auf einen Blick.

Fuhrparkmanager & KMU ~60 Sekunden ROI-Analyse

10 Dienstwagen auf Elektro umstellen — rechnet sich das für die Firma? Die Frage hören Fuhrparkmanager immer häufiger. Und die Antwort ist in den meisten Szenarien eindeutig: Ja, ab dem zweiten Jahr. Denn die höheren Anschaffungskosten der E-Fahrzeuge werden durch niedrigere Energie- und Wartungskosten mehr als kompensiert.

Hinzu kommt die 0,25%-Regelung (seit Juli 2025, §6 Abs. 1 Nr. 4 EStG): Ihre Mitarbeiter versteuern E-Dienstwagen mit nur einem Viertel des Listenpreises — ein massiver Steuervorteil. Und die Investition in die eigene Ladeinfrastruktur amortisiert sich typischerweise nach 12–24 Monaten.

Unser Flottenkosten-Rechner vergleicht alle Kostenpositionen — Energie, Wartung, Infrastruktur — und zeigt den ROI Ihrer Ladeinfrastruktur in Monaten.

ROI Flottenelektrifizierung

Der typische Verlauf: Die Investition in Ladeinfrastruktur amortisiert sich durch laufende Einsparungen:

ROI Flottenelektrifizierung — Typisches Szenario (10 Fahrzeuge) Investition 25.000 € Monat 0 10 Ladepunkte Break-Even 0 € Monat 18 Investition amortisiert +12.000 € Jahr 3 Gewinn +22.000 € Jahr 4 Kum. Ersparnis Monatliche Einsparung: ~1.400 € (Energie + Wartung) Annahmen: 10 Fz., Mittelklasse, 80 km/Tag, 25 ct/kWh Gewerbestrom, 1,75 €/l Kraftstoff, 2.500 €/LP — Stand Feb. 2026
Abb. 3: ROI-Zeitstrahl einer typischen Flottenelektrifizierung mit 10 Ladepunkten.

Regelungen und Datengrundlagen

RegelungWertRelevanz für Flotten
0,25%-Regelung (BLP ≤ 100k €)0,25% × BLP × MonateMassiver Steuervorteil für E-Dienstwagen (ab 01.07.2025)
0,5%-Regelung (BLP > 100k €)0,5% × BLP × MonateFür Premium-E-Fahrzeuge über 100.000 € BLP
EU-Flottengrenzwerte 202593,6 g CO₂/kmStrafzahlungen bei Überschreitung: 95 €/g × Fahrzeuganzahl
§14a EnWGSteuerbare VerbrauchseinrichtungReduziertes Netzentgelt bei Lastmanagement (ab 4,2 kW/LP)
§3 Nr. 46 EStGSteuerfreie LadungKostenlose Ladung am Arbeitsplatz ist steuerfrei (bis 2030)
DGUV V3Jährliche PrüfungPflichtprüfung für gewerbliche Elektroinstallationen
Wartungskosten EV~3 ct/kmADAC Flottenkosten 2025 (vs. ~7 ct/km Verbrenner)
Gewerbestrom 202522–28 ct/kWhBDEW Strompreisanalyse Gewerbe, Jan. 2025

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Ihre Flottenangaben

10Fz.
2 Fz.100 Fz.
80km
20 km250 km
= 20.000 km/Jahr (250 Arbeitstage)

Energiekosten

1,75€/l
1 €/l2,5 €/l
25ct/kWh
10 ct/kWh50 ct/kWh
Durchschnitt Gewerbe 2025: ca. 22–28 ct/kWh

Ladeinfrastruktur

10LP
1 LP100 LP
2.500
1.000 €8.000 €
Inkl. Installation, Kabel, Schutzeinrichtung

Flottenkosten-Vergleich

11.205
Jährliche Ersparnis
15.185
E-Flotte (jährlich)
26.390
Verbrenner-Flotte (jährlich)
25Monate
ROI Ladeinfrastruktur
126,54
Kosten pro Fz./Monat (EV)
25,31t/Jahr
CO₂-Einsparung
PositionE-FlotteVerbrenner-FlotteDifferenz
Energie9.500 €26.250 €+16.750 €
Wartung60 €140 €+80 €
Infrastruktur (p.a.)5.625 €0 €-5.625 €
Gesamt (p.a.)15.185 €26.390 €+11.205 €

Jährliche Flottenkosten im Vergleich

06.59813.19519.79326.39015.185E-Flotte26.390Verbrenner-Flotte€/Jahr
Dienstwagen-Steuervorteil: Bei 10 E-Dienstwagen sparen Ihre Mitarbeiter durch die 0,25%-Regelung insgesamt ca. 17.010 € pro Jahr an Lohnsteuer (§6 Abs. 1 Nr. 4 EStG, ab 01.07.2025).
Investition: 22.500 € für 10 Ladepunkte (mit Lastmanagement). Amortisation nach 25 Monaten durch laufende Einsparungen.

Hintergrund: Flottenelektrifizierung planen

Schritt 1: Bedarfsanalyse — Wie viele Ladepunkte brauchen Sie?

Die Faustregel: Sie brauchen nicht für jedes Fahrzeug einen eigenen Ladepunkt. Mit intelligentem Lastmanagement reicht oft ein Verhältnis von 1 Ladepunkt pro 1,5–2 Fahrzeuge. Die Gründe: Nicht alle Fahrzeuge sind gleichzeitig auf dem Firmengelände, und eine volle Ladung über Nacht (8 Stunden an 11 kW = 88 kWh) reicht für die meisten täglichen Fahrprofile. Analysieren Sie Ihre GPS-Daten: Wie viele Fahrzeuge stehen gleichzeitig über Nacht?

Schritt 2: Lastmanagement — Die Netzanschlusskosten kontrollieren

Der häufigste versteckte Kostenfaktor bei der Flottenelektrifizierung: Ein Netzanschluss-Upgrade. 10 Wallboxen à 11 kW = 110 kW zusätzlicher Leistungsbedarf. Ein Mittelspannungsanschluss kann 20.000–50.000 € kosten. Lastmanagementsysteme (z. B. nach DIN EN 61851-1) begrenzen die gleichzeitige Ladeleistung auf die verfügbare Kapazität — und machen ein Netzanschluss-Upgrade oft überflüssig.

Schritt 3: Steuern und Abrechnung — Compliance sicherstellen

Drei steuerliche Aspekte sind entscheidend: 1) Die 0,25%-Regelung für Dienstwagen senkt die Lohnnebenkosten. 2) Kostenlose Ladung am Arbeitsplatz ist bis 2030 steuerfrei (§3 Nr. 46 EStG). 3) Ladungen zu Hause für Dienstwagen können pauschal (30/70 €/Monat) oder nach tatsächlichem Verbrauch erstattet werden. Ein OCPP-fähiges Backend dokumentiert alle Ladevorgänge automatisch und liefert die nötige Datenbasis.

Schritt 4: PV-Anlage — Energiekosten weiter senken

Eine PV-Anlage auf dem Firmendach ist die ideale Ergänzung zur Flottenelektrifizierung. Tagsüber produzierter Solarstrom wird direkt in die Fahrzeuge geladen — zu Gestehungskosten von 6–10 ct/kWh statt 25 ct/kWh Gewerbestrom. Bei einer 50-kWp-Anlage und 10 Fahrzeugen kann der PV-Anteil bei 20–40% des Ladestroms liegen. Die PV-Anlage amortisiert sich dadurch sogar schneller.

Häufig gestellte Fragen

Ab wie vielen Fahrzeugen lohnt sich eine eigene Ladeinfrastruktur?
Bereits ab 3–5 Fahrzeugen ist eine eigene Ladeinfrastruktur wirtschaftlich sinnvoll. Die Amortisation der Ladepunkte erfolgt typischerweise nach 12–24 Monaten durch die Einsparungen bei Energiekosten (Gewerbestrom 22–28 ct/kWh vs. Dieselkosten ~14 ct/km). Bei weniger als 3 Fahrzeugen kann öffentliches Laden mit einer Ladekarte die bessere Option sein.
Was ist Lastmanagement und warum brauche ich es?
Ein Lastmanagementsystem verteilt die verfügbare Leistung intelligent auf mehrere Ladepunkte. Ohne Lastmanagement benötigen 10 Wallboxen à 11 kW einen Netzanschluss von 110 kW — mit Lastmanagement reichen oft 40–60 kW, da nie alle Fahrzeuge gleichzeitig mit Maximalleistung laden. Das spart erhebliche Kosten beim Netzanschluss und kann die Anzahl der benötigten Ladepunkte um 15–30% reduzieren.
Wie funktioniert die 0,25%-Regelung für E-Dienstwagen?
Seit Juli 2025: Der geldwerte Vorteil für privat genutzte E-Dienstwagen wird mit nur 0,25% des Bruttolistenpreises (BLP) pro Monat versteuert — aber nur bis 100.000 € BLP. Darüber gilt 0,5%. Verbrenner werden mit 1% besteuert. Beispiel: Bei einem 45.000-€-E-Auto beträgt der monatliche geldwerte Vorteil nur 112,50 € statt 450 € beim Verbrenner — eine Ersparnis von 337,50 €/Monat für den Mitarbeiter.
Welche laufenden Kosten fallen für Ladeinfrastruktur an?
Die laufenden Kosten sind überschaubar: Wartung (jährliche Prüfung nach DGUV V3, ca. 50–100 €/LP/Jahr), Software (Backend für Lastmanagement und Abrechnung, ca. 5–15 €/LP/Monat), Strom (Gewerbestrom 22–28 ct/kWh). Das Lastmanagement-Backend ist für die Abrechnung der Mitarbeiter-Ladungen (steuerlich relevante Dokumentation) ohnehin erforderlich.
Kann ich die Ladeinfrastruktur steuerlich abschreiben?
Ja. Wallboxen und Ladeinfrastruktur können als Betriebsausgabe steuerlich geltend gemacht werden. Die Abschreibung erfolgt über die betriebsgewöhnliche Nutzungsdauer von 6–10 Jahren (AfA). Alternativ ist eine Sofortabschreibung als geringwertiges Wirtschaftsgut möglich, wenn der Einzelpreis unter 800 € netto liegt (z. B. einfache Wallbox ohne Installation).
Wie wird der Strom für Mitarbeiter-Ladungen korrekt abgerechnet?
Die steuerlich korrekte Abrechnung ist wichtig: Kostenlose Ladung am Arbeitsplatz ist seit 2017 steuerfrei (§3 Nr. 46 EStG — aktuell befristet bis 2030). Ladung zu Hause für Dienstwagen kann mit einer Pauschale (seit 2021: 30 €/Monat ohne eigene Lademöglichkeit, 70 € mit) oder nach tatsächlichem Verbrauch erstattet werden. Ein Backend-System (OCPP-fähig) dokumentiert alles automatisch.

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